Unterschied Galgo und Greyhound


 

Vorwort

 

Die Idee zu diesem Bericht entstand, weil ich sehr oft genau darauf angesprochen werde:

 

Was ist der Unterschied zwischen einem Galgo Español und einem Greyhound, und wie kann man die beiden Rassen unterscheiden?

Ich hoffe, dieser Bildbericht kann etwas Licht ins Dunkel bringen. Der Vergleich ist meist nur möglich, wenn der Galgo Español vom Züchter bzw. nach dem Standard gezüchtet wurde. Der Vergleich mit den verschieden auftretenden Typen des Galgo Español aus dem Tierschutz (TS) und einem Greyhound ist jedoch manchmal sehr schwer und nur für geübte Augen möglich.

Doch zuerst möchte ich mich bedanken, denn es ist nicht allein mein Werk!

Danke für das Zurverfügungstellen der Beispielbilder und den fleißigen Korrekturlesern und Tippgebern!

Greyhound-Züchterin Barbara Kessler („Rumford“) für ihre Anmerkungen und Korrekturen beim Greyhound. Den Galgo-Español-Züchterinnen Christa Rodriguez („San Agustin del Guadalix“) und Gabriele Hübchen („Del Ninos Vencedores“) fürs Querlesen und Ergänzen beim Galgo Español. Den Fotografen, die ihre Zustimmung zur Veröffentlichung der Bilder gegeben haben: „Mein kleines Fotohaus“ - Michaela Schönfeld, „Picturegrafie“ - Armin Hauke, Michael Schäfer, Andrea Willers, Angelika Heydrich und Christopher Grieb / USA. Sowie für das Ergänzen einzelner Abschnitte und Korrekturen durch Caroline Löhr, Claudia Hoppe und Irene Boldt-Bregu.

Zum Verdeutlichen der einzelnen Körperpartien musste ich Bildausschnitte der Bilder verwenden, wodurch das Copyright-Zeichen nicht immer erhalten werden konnte! Ich habe es neben dem Bild ergänzt. Ich hoffe, die Fotografen verzeihen mir. Nur so konnte ich den Blick auf das Detail lenken.

Die Bilder der Galgos aus dem Tierschutz, um die Typenvielfalt zu zeigen, kommen von: Jessica Eschweiler, Tanja Klemm, Sabine Ohlmann, Fam. Steppuhn, Mona Gemke, Adriana Villa und mir.

Die TS-Galgos entsprechen oft nur zum Teil dem Standard des Galgo Español, und die Bilder dienen daher als Beispiel für die unterschiedlichen Erscheinungsformen der Hunde aus dem spanischen Tierschutz.

Und nun viel Spaß beim Lesen!

 

Ursprungsland

            Galgo Español / Der Greyhound

 

Galgo Español Spanien, Festland

Der Galgo Español war schon den Römern in der Antike bekannt; es ist aber anzunehmen, dass seine Verbreitung auf der Iberischen Halbinsel schon viel früher stattfand. Er stammt von den alten asiatischen Windhunden ab und hat sich an die spanischen Steppen- und Ebenen-Verhältnisse angepasst. Er wurde während des 16., 17. und 18. Jahrhunderts in großer Zahl in andere Länder wie Irland und England exportiert. Der Galgo Español ist einer der Vorfahren des Englischen Windhundes (Greyhound), der die gleichen spezifischen Rassemerkmale wie der Galgo Español aufwies, die zuvor als Basis für die spätere Auslese und Anpassung dienten. (Quelle: VDH)

 

Der Greyhound Großbritannien

Die Experten, obwohl nicht einstimmig, nehmen an, dass der Greyhound seinen Ursprung im Mittleren Osten gehabt haben kann. Zeichnungen von Greyhound typischen Hunden wurden an Wänden in antiken ägyptischen Grabmälern gefunden. Obwohl Hunde dieses Typs sich durch ganz Europa verbreitet haben, war es Großbritannien, wo sie zuerst nach einem Standard gezüchtet wurden. Als der Prototyp des sogenannten Windhundes oder Sichthundes, ist der Greyhound sehr gut bekannt bei den meisten Menschen. Der Coursing-Greyhound, der den lebenden Hasen jagt, ist derjenige, aus dem der Renn-Greyhound entwickelt wurde. Nur der Gepard übertrifft den Greyhound in Schnelligkeit. (Quelle: VDH)

  

Aufzucht im Ursprungsland

            Galgo Español / Greyhound

 

Die Haltungsbedingungen in dem jeweiligen Ursprungsland sind ganz sicher nicht das, was wir uns (nach unserem Empfinden) unter einer optimalen Aufzucht und Haltung eines Welpen oder Hundes vorstellen. Man muss bedenken, dass wir hier von Gebrauchs- bzw. Nutztieren sprechen, nicht von Haushunden und Familienmitgliedern, als die wir unsere Hunde betrachten. Die Hunde werden zu einem bestimmten Zweck gezüchtet, geboren und nach dort herrschendem besten Wissen und Gewissen auf ihre Aufgabe vorbereitet. Dennoch möchte ich anmerken, dass es durchaus eine Bindung/Beziehung zwischen Hund und Halter gibt und dem Hund und seiner Leistung häufig Respekt und Sorgfalt entgegen gebracht werden.

 

Galgo Español

In Spanien gibt es so etwas wie einen Kennel-Standard wie in der Greyhound-Welt nicht. Die Anlagen, in denen die Hunde gehalten werden, sind sehr unterschiedlich und liegen oft auch außerhalb von Wohngebieten. Sie sind von außen oft nicht als solche zu erkennen.

Die Hundehaltung in Spanien ist differenziert zu sehen bezüglich dessen, was wir als eine gute Haltung von Hunden ansehen. Oft haben die Besitzer auch Angst, dass ihnen die Hunde gestohlen werden und halten sie daher regelrecht versteckt. In kellerartigen Räumen oder auch in Hallen ohne Fenster. Manchmal in der Nähe ihres Wohnhauses, manchmal aber auch weit außerhalb. Es gibt, wie bei den Greyhounds auch, „bessere“ und „schlechtere“ Halter/Züchter/Jäger. Zucht und Jagd sind Traditionen, die schon über viele Generationen hinweg Bestand haben.

 

Greyhound 

Auch der Greyhound ist in England/Irland nicht vorrangig ein Haustier. Er ist ein Nutztier. Lange Zeit war die Haltung eines Greyhounds im Haus in Irland auch nicht gestattet (als würden wir in Deutschland ein Rind im Haus halten). Er war rein zur Haltung in Kennel-Anlagen gedacht. Das Greyhound-Rennen ist ein Wirtschaftszweig, der vielen Familien ein Zusatzeinkommen oder manchmal sogar das einzige Einkommen bietet. Oft ist die gesamte Familie in die Aufzucht, Versorgung und das Training der Hunde involviert, und das Wissen darüber wird von Generation zu Generation weiter gegeben. Eine Kennel-Anlage ist nach vorgegebenen Mindeststandards gebaut. Viele Kennel-Anlagen sind jedoch weitaus luxuriöser. Sie müssen trocken und hell und dürfen nicht zugig sein. Sie dürfen sich im Sommer nicht aufheizen und im Winter nicht auskühlen. Da viele Tiere versorgt werden müssen, ist zeitlich alles genau geregelt. Eine Routine, die tagein, tagaus identisch ist mit nur minimalen Abweichungen. Jeder Grey weiß, was wann passiert. Das Wissen um diesen Umstand erleichtert bei einer Adoption eines Ex-Racers anfänglich das Zusammenleben enorm. Mit einer gleichbleibenden Routine kann man sich und dem Greyhound die Eingewöhnung erleichtern

Ein genauer Ablaufplan innerhalb eines Kennels kann bei Interesse hier nachgelesen werden:

http://info-hz.de/greyhound/viewtopic.php?f=133&t=9490

Auf Facebook und YouTube findet man wunderbare Seiten von irischen Kennel-Anlagen z.B. „Burma Kennels” oder „Mount Cashel Kennel”. Sie geben einen guten Einblick in einen Kennel-Alltag. Scheuen Sie sich nicht, einmal hineinzuschauen!

Die Mutter wird vor der Geburt der Welpen in einen extra vorbereiteten Kennel gebracht. Darin befinden sich eine Wurfkiste und eine Wärmelampe. Die Welpen bleiben in der Regel bis zu 3 Monaten bei der Mutter, dann kommen sie mit gleichaltrigen Welpen anderer Würfe in die riesigen Freilaufzonen. Dort lernen sie, miteinander zu spielen und zu konkurrieren sowie ein soziales Gruppenverhalten. Ihr Hetztrieb wird bereits mit entsprechenden Objekten trainiert. Im Alter von 10-12 Monaten werden sie mit Rennbahnaktivitäten wie Startkasten und Sprints bekannt gemacht. Viele Kennel-Anlagen haben eigene Sprintstrecken auf dem Gelände. Dort laufen die Hunde einzeln kleinere Strecken bis sie alt genug sind, auf der richtigen Bahn erste kleinere Abschnitte zu laufen.

Die Hunde in den Kennel-Anlagen sind oft nach Altersklassen aufgeteilt: in Sapplings (die Sprösslinge, die herangezogen/antrainiert werden), fertig ausgebildete Rennhunde und Zuchthündinnen (evtl. mit ihrem Nachwuchs).

Oft ist es auch so, dass Hunde in dafür eigens vorgesehene Trainingszentren gehen. Die Besitzer von jungen Greys zahlen dann für die Unterbringung und das Training des Hundes. In Irland ist eines von diesen Trainingslagern z.B. der „Mount Cashel Kennel” von Martin Tucker.

  

Verwendung im Ursprungsland 

            Galgo Español / Greyhound

Renngreyhound / Irish Coursingreyhound („Irish Hare Coursing Greyhound“) / Showgreyhound

Galgo Español

Auszug aus dem Rasse-Standard:

Hetzhund für die Hasenjagd im Gelände, schnell verfolgend und auf Sicht jagend. Er ist früher auch zur Jagd auf andere Tiere wie Kaninchen, Füchse und sogar Wildschweine verwendet worden, jedoch war und ist grundsätzlich die Verwendung dieser Rasse die Hasenjagd im Gelände.

 Beschreibung lt. DWZRV

https://dwzrv.com/163-0-Beschreibung-Bilder.html

Die Jagd mit Galgos war auf der Iberischen Halbinsel eine weit verbreitete Tradition, aber man darf auch nicht vergessen, dass der Galgo in schweren Zeiten, wie z.B. der Nachkriegszeit in der jüngeren Geschichte, dafür sorgte, dass der ein oder andere Hase auf den Tisch kam und die Familie ernährte.

Während in früheren Zeiten bei der reinen Jagd die Anzahl der Beutetiere im Vordergrund stand, geht es im heutigen Sport um den Wettbewerb, die schnelle Verfolgungsjagd, das Duell zweier Hunde, die gegeneinander antreten, die Haken, die sie schlagen, und den Jagdeifer der Hunde.

Die ersten Wettbewerbe fanden Anfang des 20. Jahrhunderts statt. Seit seiner Gründung im Jahr 1939 organisiert und veranstaltet der Dachverband Federación Española de Galgos (FEG) diese Wettbewerbe auf autonomer (eine autonome Region ist ungefähr unseren Bundesländern vergleichbar) wie nationaler Ebene.

Die Bedingungen für die Wettbewerbe sind dieselben wie für die Jagd: In offenem Gelände durchschreitet eine Gruppe von Menschen ("mano" genannt) organisiert und schweigend das Gelände auf einer imaginären Linie und sucht den Hasen in seiner Sasse (Kuhle, in die sich der Hase duckt). Vor der Gruppe läuft der Hundeführer ("soltador" oder "traillero" genannt) mit den beiden Galgos, die gegeneinander antreten. Sieht die "mano" den Hasen, scheucht sie ihn auf. Der Traillero läuft mit beiden angeleinten Hunden hinter dem Hasen her, bis dieser einen Abstand erreicht hat, der ihm eine faire Überlebenschance gibt. Die "trailla" ist eine Spezialleine, die die Hunde auf Zug an einer durch sie laufenden Kordel, die um das Handgelenk getragen wird, automatisch aus ihren Halsungen befreit. Ist der Abstand groß genug, werden die Hunde von der Leine gelassen. Ein Lauf beginnt mit dem Loslassen der Hunde und endet mit dem Schlagen des Hasens oder wenn dieser sich versteckt und die Hunde ihn nicht mehr sehen.

Im Wettbewerb werden die Galgos mit einer roten und einer weißen Halskrause gekennzeichnet. Sie werden von drei Richtern zu Pferd begleitet, die den Zeitpunkt zum Freilassen der Hunde bestimmen und den Lauf bewerten. Ein gültiger Lauf muss mindestens 55 Sekunden dauern.

 Bewertet werden:

-              Schnelligkeit

-              Ausdauer 

-              Überholen des gegnerischen Galgos auf gerader Linie 

-              Hasenkontakt 

-              Haken schlagen 

-              Schlagen des Hasens 

Die Wertung wird von den Richtern mittels farbigen Tüchern angezeigt:

 -              Rot: Gewinner ist der Galgo mit der Halskrause der gleichen Farbe. 

-              Weiß: Gewinner ist der Galgo mit der Halskrause der gleichen Farbe. 

-              Gelb: Ungültiger Lauf. Dies kann verschiedene Gründe haben wie z.B. Ereignisse während des Rennens, ein Rennen unter 55 Sekunden, ein nicht gut von den Richtern einzusehendes Rennen usw.

 -              Grün: Unentschieden.

 -              Gelb, schwarz und die Farbe der Halskrause (weiß oder rot) in der linken Hand: Verwarnung eines Galgos aufgrund eines Verstoßes während des Rennens. Der Gewinner ist somit der andere Galgo, auch wenn dessen Sieg unverdient ist.

 -              Schwarz und die Farbe der Halskrause (in der linken Hand): Disqualifizierung des Galgos mit der Halskrause der gleichen Farbe. Dies kann aufgrund einer doppelten Verwarnung oder wegen Anhaltens während des Laufs geschehen.

Um an einem solchen Wettbewerb teilnehmen zu dürfen, muss ein Galgo mindestens 16 Monate alt sein. Im Alter von 14-15 Monaten werden die Galgos aber "probiert", d.h. zum ersten Mal auf Hasen angesetzt.

 Einen wirklich strikten Trainingsplan wie bei den Greyhounds gibt es bei den Galgos nicht. Empfohlen werden tägliche ausgedehnte Spaziergänge mit ausreichend Freilauf das ganze Jahr hindurch.

(C) C.Löhr  


  • Literaturhinweis: „Vom Campo auf die Couch“ von Claudia Gaede und Thomas Ebbrecht. (Autor: Die Zahl der Windhunde aus Spanien wächst hierzulande kontinuierlich und so mancher Neubesitzer wird erstmals mit den ungewöhnlichen Wesenszügen dieser Jäger konfrontiert, die teilweise so ganz anders sind als die „normaler“ Hunde. Denn der Galgo Español - ganz gleich ob vom Züchter oder aus dem Tierschutz - ist ein schneller Hund mit einer ausgeprägten Jagdleidenschaft, der über Jahrhunderte ausschließlich für die Hasenjagd gezüchtet wurde. Daher ist es eigentlich verblüffend, wie schnell sich der Galgo Español an ein Leben „vom Campo auf die Couch“ anpassen kann. Damit das möglichst ohne Konflikte und böse Überraschungen gelingt, möchten wir in diesem Buch die entsprechenden Informationen und Hilfestellungen geben.)

 

Greyhound

Auszug aus dem Rasse-Standard:

Obwohl Hunde dieses Typs sich über ganz Europa verbreitet haben, war es Großbritannien, wo sie zuerst nach einem Standard gezüchtet wurden. Als der Prototyp des sogenannten Windhundes oder Sichthundes, ist der Greyhound den meisten Menschen sehr gut bekannt. Der Coursing-Greyhound, der den lebenden Hasen jagt, ist derjenige, aus dem der rennende Greyhound entwickelt wurde. Nur der Cheetah (Gepard) übertrifft den Greyhound in Schnelligkeit. Ein rennender Greyhound wurde mit über 45 mph (72.4 km) gestoppt.

Beschreibung lt. DWZRV

https://dwzrv.com/175-0-Beschreibung-Bilder.html

 

Renngreyhound

Einsatzgebiet ist die Rennbahn (eine Ovalbahn aus Sand oder Gras, wobei Sand bevorzugt wird). Die Greyhounds laufen einem künstlichen Lockmittel hinterher, das in hoher Geschwindigkeit vorneweg gezogen wird.

Sie werden aus Startboxen gleichzeitig gestartet. Die Distanzen gehen von 280 m bis 480 m. In manchen Ländern gibt es auch „Langstreckenrennen“ von bis zu 1000 m. Das Lockmittel wird vorausgezogen und die Hunde folgen im 6-er bzw. 8er Feld. Der schnellste Hund ohne Regelverstoß gewinnt das Rennen.

Die Hunde werden je nach ihrem Leistungsvermögen in „Grades“ eingeteilt. Diese stehen für bestimmte Zeiten, die diese Hunde auf der ausgewählten Strecke laufen. Sie können sich hocharbeiten oder werden, wenn sie ihr Leistungsniveau nicht halten (langsamer werden), auch wieder abgestuft. So haben alle Hunde die annähernd gleichen Chancen auf einen Sieg in einem Feld/Rennen.

Läuft ein Hund in einem Rennen plötzlich deutlich schneller oder gar langsamer, so muss der Trainer über die Gründe dafür Rechenschaft ablegen. Die Hunde müssen auch immer ihr festgelegtes Renngewicht nachweisen. So dürfen sie nicht plötzlich leichter oder schwerer werden bzw. die Kulanz der Gewichtsveränderung weder unter- noch überschreiten. Alle Veränderungen in Zeit und Gewicht können auf eine Manipulation am Hund hindeuten, werden hinterfragt und müssen vom Trainer begründet werden.

In den Stadien finden mehrere Rennen an einem Abend statt. Manche veranstalten täglich Rennen, manche nur 2-3 mal pro Woche. Das berühmteste Rennen in England ist das „Englische Derby“ welches 1927 erstmalig stattfand. Viele Stadien wurden seit den 1990ern aufgrund der wirtschaftlichen Situation geschlossen. Derzeit finden kommerzielle Greyhound-Rennen (mit einem „Welfare-Programm“ für ausgemusterte Greyhounds) noch in Irland, England, Australien, den USA und Neuseeland statt. In einigen anderen Ländern werden ebenso Greyhound-Rennen abgehalten, die jedoch weder den strengen Regelungen eines Verbandes unterliegen, noch über ein Welfare-Programm für ausgemusterte Greyhounds verfügen. In Irland wird der Profisport unter der Schirmherrschaft des IGB (Irish Greyhound Board), in Großbritannien vom GBGB (Greyhound Board of Great Britain) veranstaltet und in den USA von der NGA (National Greyhound Association). Während in Irland und Großbritannien auch Privatpersonen Greyhounds halten sowie trainieren und zum Rennen bringen können, ist dies in den USA nicht möglich. Hier halten Rennbahnen oder Kennel-Anlagen (die Verträge mit Rennbahnen haben müssen) die Hunde. Somit ist eine viel stärkere Kontrolle möglich, damit die geforderten Regelungen eingehalten werden. Ein Artikel wie das Greyhound-Rennen in den USA funktioniert ist unter folgendem Link zu finden:

https://www.info-hz.de/greyhound/viewtopic.php?f=239&t=10020

 

  • Literaturhinweis: „A Personal History of Greyhound Racing” von Laura Thompson (gute Englischkenntnisse notwendig. Eine persönliche Reflexion über die Geschichte und den Reiz des Hunderennsports und seine größten Momente. Das Buch entstand aus der persönlichen Erfahrung der Autorin, einer angesehenen Sportjournalistin und Tochter eines der führenden britischen Greyhoundbesitzer)

  

Irish Coursing Greyhound („Irish Hare Coursing Greyhound“)

Hierbei handelt es ist um eine im Großen und Ganzen eigene Blutlinie, in die nur selten Rennblut eingekreuzt wurde, was aber inzwischen immer häufiger gemacht wird und durch recht ordentliche Resultate Bestätigung findet. Grund für die Blutauffrischung ist der inzwischen enge Genpool der Coursing-Greyhounds.

Das „Irische Park Coursing“ wird von den Coursing Clubs veranstaltet, die dem Irish Coursing Club (ICC) angeschlossen sind. Die Clubs sind dem Reglement des ICC verpflichtet was Ausschreibung, Terminierung, Regeln, Standards und vor allem die optimalen Versorgung, Vorbereitung der Hasen und deren Auswilderung in ihr gewohntes Lebensumfeld betrifft. Es werden regelmäßig Fortbildungen angeboten, die mit großem Interesse von den Clubs und ihren „harekeepers“, den verantwortlichen Pflegern, wahrgenommen werden.

Die irische Coursingsaison beschränkt sich auf den Zeitraum von Ende September bis Ende Februar. Bei dem jährlichen Höhepunkt der Saison, Derby & Oaks („Jahrgangsmeisterschaft“), sind die Hunde startberechtigt (64 pro Geschlecht), die eines der Qualifizierungs-Coursings (Trial Stakes/Reserve Trial Stakes) gewonnen haben.

Das „Irische Park Coursing“ basiert auf einem K.-o.-System. Es gewinnt der Hund seinen Course/seine Runde, der den Hasen zum ersten Haken zwingt. Die durchschnittliche Feldlänge beträgt ca. 300 m, die Hunde werden von einem Slipper (ein offizieller Funktionär) an einer Doppelleine gestartet. Sie tragen eine rote oder weiße schmale Halskrause. Der Richter reitet parallel mit den Hunden am Rande des Feldes und gibt mittels eines weißen oder roten Tuches, das er unter der Knopfleiste seines Richterjacketts trägt, seine Entscheidung bekannt, welcher Hund diesen Lauf gewonnen hat.

Das „Irische Park Coursing“ unter der Schirmherrschaft des ICC sichert nachweislich den (Wild-)Bestand des „brown irish hare“. Das große Problem für die Hasenpopulation sind die Wilderer. Nach dem Verbot und der Abschaffung des organisierten Coursings in Großbritannien sind dort die Zahlen der Hasen drastisch zurückgegangen.

Das „Irische Park Coursing“ ist nicht zu vergleichen mit unserem Lure-Coursing, bei dem der Hund künstlich zu Haken gezwungen wird, ganz abgesehen von dem Bewertungssystem. Ebenso müssen wir die Definition „Coursing Greyhound“ genauer betrachten. Wird hier in Deutschland von „Coursing Greyhounds“ gesprochen, dann handelt es sich mehrheitlich um Greyhounds aus Showlinien, die an (Lure-)Coursings teilnehmen, mit dem Coursing-Greyhound im ursprünglichen Sinn aber sehr wenig gemein haben, was den eigentlichen Begriff verwässert.

 

  • Literaturhinweis: „The Greyhound and the Hare” - A history of the breed and the sport von Charles Blanning. (Gute Englischkenntnisse notwendig. Ein sehr umfassendes, überaus interessantes und empfehlenswertes Werk, für alle die sich für die Geschichte des Greyhounds und das Coursing interessieren.)

  

Show-Greyhound

Die Mehrheit der Show-Greyhounds in Deutschland haben die Coursing- und manche auch die Rennlizenz. Sie nehmen in Deutschland oder dem umliegenden Ausland vornehmlich an Coursing-Wettbewerben teil, die auch unter dem Begriff „Lure Coursing“ bekannt sind. Bewertet wird hier in der simulierten Jagd hinter einem künstlichen Lockmittel (Lure) die Jagdlust, das Verfolgen des Lockmittels, die Geschicklichkeit bei der Jagd, die Kondition und die Schnelligkeit (wobei nicht der Schnellere gewinnt, sondern derjenige, der aus der Kombination aller Bewertungen die höchste Punktzahl erhält). Das „Lure Coursing“ und das „Hare Coursing“ sind nicht miteinander zu vergleichen.

 

Anatomie

Körperbau / Kopf / Hals / Rücken / Muskulatur / Pfoten / Rute / Winkelungen

Körperbau

Der Körperbau eines typischen Galgo Español ist lang, schmal und schlank, sehnig und filigran. Der Körper eines typischen, ausdauernden Mittelstreckenläufers. Die Jagd nach einem Hasen in freier Wildbahn kann durchaus mal einige Minuten lang und über einige Kilometer gehen und zeigt, wie überaus angepasst der Körper an diese Leistung ist.

Der Greyhound-Körper ist kräftig, wirkt dadurch gedrungener, ist sehr muskulös und insgesamt breiter als der vom Galgo Español. Es ist der Körperbau eines Kurzstreckensprinters, mit breiter, tiefer Brust. Ein Körper, dem man die enorme Beschleunigungsfähigkeit an der äußerlich gut sichtbaren und definierten Muskulatur ansieht.

Der Greyhound wurde in den letzten Jahrzehnte selektiv auf drei verschiedene Richtungen hin gezüchtet. Den Coursing-Greyhound aus Irland, den Renn-Greyhound und den Show-Greyhound. Alle drei haben daher unterschiedliche Entwicklungen hinter sich, was ihr Äußeres geprägt hat.

Während der irische Coursing-Greyhound doch eine erhebliche Größe und ein hohes Gewicht aufzeigt (teils Mitte/Ende 40 kg und mehr und an die 75-78 cm Schulterhöhe), sieht man in ihm doch noch den voll im Einsatz befindlichen Sportler. Der irische Coursing-Greyhound wird in Irland noch robust gezüchtet und auf dem Gelände hinter dem Hasen im „Hare Coursing“ auf seine Leistung getestet. Ein Windhund mit starken Knochen, hohem Leistungsniveau und kernigem Äußeren.

Der Renn-Greyhound dagegen wirkt schon fast zu zart, zu leicht und ist im Schnitt zwischen 25-38 kg schwer, je nach Geschlecht. Der Renn-Greyhound findet seinen Einsatz (leider) nur noch auf dem perfekten Sandoval. Ein Renn-Greyhound muss schnell sein, dadurch hat sich sein Körperbau vom Coursing-Greyhound weg entwickelt. Unter anderem verfügt er über leichtere, feinere Knochen, was ihn schneller macht (wie im Motorsport auch, Gewicht einsparen), aber dadurch auch viel verletzungsanfälliger werden lässt.

Die Show-Greyhounds sind von der Statur den Coursing-Greyhounds sehr ähnlich. Stark, kräftig, größer und schwerer als der Renn-Greyhound, jedoch mit sichtbar weniger Muskelmasse als der Coursing-Greyhound. Ihr Zuchtziel führte sie ins perfekte Präsentieren im Showring und ins „Lure Coursing“, dem Verfolgen eines künstlichen Hetzobjekts.

Sehr schöne Typen sowie doch eher grenzwertige Typen (große Abweichungen vom Standard) kommen in allen Linien vor.

 

Galgo Español

 b2ap3_thumbnail_akoerberbaugalgo.jpg (c) Mein kleines Fotohaus

Renngreyhound

b2ap3_thumbnail_akoerperbaurenngrey.jpg (C) M.Müller

Coursinggreyhound

 b2ap3_thumbnail_akoerperbaucoursinggrey.jpg (C) C.Hoppe

Showgreyhound

b2ap3_thumbnail_akoerperbaushowgrey.jpg (c) A.Heydrich

 

Kopf

Der eher zarte Kopf des Galgo Español hat einen langen, schmalen Fang und ist oft mit einer als „römisches Profil“ bekannter Gesichtsform ausgestattet. Die Ohren sind recht groß und hoch angesetzt und fleischig im Ansatz. Sie zählen jedoch auch zu den Rosenohren,. sind allerdings etwas größer und weicher als beim Greyhound. Beim Greyhound wirken die Ohren im Verhältnis zum Körper doch recht fein/dünnhäutig und klein und sind tiefer angesetzt als beim Galgo Español. Die Augen des Galgo Español sind leicht schrägstehend, sogenannte „Mandelaugen“.
Der Greyhound-Kopf ist insgesamt etwas kürzer und kräftiger, der Fang breiter, und im Übergang von den Augen zum Nasenrücken ist ein leichter Stopp zu erkennen. Manchmal hat er auch fast eine kleine Stupsnase. Die Augen sind beim Greyhound runder und erscheinen dadurch größer.

Galgo Español:

 b2ap3_thumbnail_bkopfgalgoduo.jpg 

(C) Mein kleines Fotohaus

Greyhound

b2ap3_thumbnail_bkopfgreyduo.jpg

(C) M.Müller                                                (C) C.Hoppe

 

Hals

Der Hals ist beim Galgo Español lang und seitlich etwas abgeflacht, im Querschnitt also oval. Beim Greyhound ist er in der Regel kürzer und im Querschnitt eher rund als oval und meistens sehr stark bemuskelt, oft auch als „Stiernacken“ betitelt.

 

Galgo Español:

b2ap3_thumbnail_chalsgalgovergleich.jpg

(c) Mein kleines Fotohaus                                     (c) M.Müller

Greyhound

b2ap3_thumbnail_chalsgreyvergleich.jpg

(c) M.Müller

 

Rücken

Der Galgo Español hat weniger sichtbare Muskulatur zu beiden Seiten der Wirbelsäule, so ist Letztere stärker hervorgehoben. Schulterblatt, Lendenwirbel und Hüfthöcker steht etwas hervor. Zur Lende hin folgt eine leichte Erhöhung. Im Stand ist der hintere Teil des Rückens also höher als der Widerrist.

Der Rücken des Greyhounds ist von der Schulter bis zur Lende viel stärker bemuskelt. Man nennt den breiten Rücken auch gern „Balkenrücken“ (breit wie ein Holzbalken). Zu beiden Seiten der Wirbelsäule liegen starke Muskelstränge. So sieht es aus, als ob die Wirbelsäule in einer Art Rinne liegen würde.

 

 b2ap3_thumbnail_drueckenGG.jpg (c) Mein kleines Fotohaus / M.Müller

 

Galgo Español:

b2ap3_thumbnail_drueckengalgovergleich.jpg

(c) Mein kleines Fotohaus                              (c) Ch.Rodriguez

 

Greyhound

b2ap3_thumbnail_drueckengreyvergleich.jpg

(c) Christopher Grieb / USA                                                  (c) M.Müller

  

Muskulatur

Beim Galgo Español besticht die lange, flache Muskulatur. Diese ist an den Schultern und den Hinterbeinen lang und sehnig nach unten gezogen. Beim Greyhound ist sie eher wie bei einem Bodybuilder, rund und bauchig und hoch angesetzt.

Der Aufbau der Muskulatur ergibt sich aus der Funktion der Rasse: Der Galgo Español ist, wie beim Mensch der Mittelstreckenläufer, mit langen und feinen Muskelfasern ausgestattet, während der Grey, der klassische Kurzstreckensprinter, über eine bauchige kurzfaserige Muskulatur verfügt.

Daher sieht der Körper vom Galgo Español alles in allem drahtiger und sehniger aus, wohingegen der Greyhound bullig wirkt.

Eine lange Muskelfaser ist ermüdungsresistenter und somit wesentlich ausdauernder in ihrer Belastung als die kurzfaserige Muskulatur, die sich enorm schnell zusammen ziehen kann, aber dadurch natürlich auch rascher ermüdet.

Auf die Muskulatur, die ein nicht unerhebliches Unterscheidungsmerkmal der beiden Rassen ist, komme ich später noch einmal zurück.


Pfoten

Der Galgo Español hat oft recht große Pfoten mit langen, eher flach stehenden Zehen, sogenannte Hasenpfoten (wobei diese nicht platt sein sollten), Greyhounds i.d.R. kleine, runde, kompakte „Katzenpfoten“ mit gut aufgeknöcherten Zehen.

Die Pfotenform kommt dem Einsatzgebiet des Galgo Español entgegen. Breite Pfoten haben mehr Trittfläche und sind somit geländegängiger, während die Greyhound-Pfoten (Renn-Greyhound)  nicht auf große Unebenheiten ausgelegt sind. Dies ist der selektiven Zucht auf Schnelligkeit auf der Rennbahn zuzuschreiben. Die Pfoten von Coursing-Greyhounds und Show-Greyhounds sind breiter und stabiler als die des Renn-Greyhound.

Galgo Español – Renn-Greyhound Vorderpfote

b2ap3_thumbnail_evergeleichpfote.jpg

(c) M.Müller

 

Rute

Die Rute ist beim Galgo Español sehr lang und eher fein und sie wird (i.d.R.) eher tief bis mittelhoch getragen. Oft im leichten Bogen und im letzten Abschnitt mit einem Schlenker zur Seite. Beim Greyhound ist sie kürzer, oft buschiger und kräftiger. Sie kann bei Aufregung auch schon mal wie eine Sichel über der Rückenlinie getragen werden. Der Rutenansatz ist beim Galgo Español sehr viel tiefer als beim Greyhound. Der Winkel zwischen Beckenknochen und Rutenansatz verläuft daher beim Galgo Español viel steiler, als beim Greyhound, dessen „Heck“ nicht so weit abfällt.

b2ap3_thumbnail_frutevergleich.jpg

(c) Mein kleines Fotohaus                                    (c) M.Müller

 

Rutenansatz

Beginnt beim Galgo Español tiefer, da die Kruppe stärker abfällt.

 (links Greyhound, rechts Galgo Español Quelle: http://chazhound.com)

b2ap3_thumbnail_gkuppe3_20181105-094547_1.jpg

 

Winkelungen

Die Hinterhand des Galgo Español ist ausgeprägt „senkrecht“ gestellt und beim Greyhound ist sie deutlicher gewinkelt. Der Winkel des Beckens ist beim Galgo Español steiler zur Kruppe als beim Greyhound.

Links Greyhound – rechts Galgo Español   (Quelle: http://chazhound.com)

b2ap3_thumbnail_gKuppe1_20181105-094547_1.jpg

  

Im Stand

Galgo Español 

Von erheblicher Größe, mittlerem Format, leicht konvexem Profil, länglich in seiner Gestalt, mit langgezogenem Schädel. Kompaktes Skelett, langer und schmaler Kopf, geräumiger Brustkorb, stark aufgezogener Bauch und sehr lange Rute. Hinterhand ausgeprägt senkrecht gestellt und bemuskelt. Feines, kurzes Haar oder halblanges Rauhhaar. Langgezogener Körper. Die Länge des Körpers ist etwas größer als die Widerristhöhe. Wesentlich sind vor allem die Proportionen und die funktionelle Übereinstimmung, sowohl im Stand als auch in der Bewegung. (FCI - Standard Nr. 285 / 24. 05. 2002)

b2ap3_thumbnail_hstandgalgo.jpg

(c) Mein kleines Fotohaus

 

Greyhound:

Kräftig gebaut, grob gewachsen mit grobzügigen Proportionen, Muskelkraft und symmetrischen Formen, mit langem Kopf und Hals, klar umrissenen, gut liegenden Schultern, tiefer Brust, geräumigem Rumpf, leicht

gewölbter Lende, kraftvoller Hinterhand. (FCI - Standard Nr. 158 vom 23. 03.2011 / DE)

Die drei Linien des Greyhounds:

Coursinggrey

b2ap3_thumbnail_hstandcourser.jpg (c) C.Hoppe

Showgreyhound

b2ap3_thumbnail_hstandshow.jpg (c) B.Kessler

Renngreyhound

b2ap3_thumbnail_hstandrenngrey.jpg (c) M.Müller

 

Vorder/Rückansicht

Von vorne wirkt der Galgo Español sehr schmal und fein, während der Greyhound mit einer breiten Brust daherkommt. Auch die Rückansicht ist deutlich schmaler aufgrund der sehnigen, flachen Muskulatur der Hinterhand des Galgo Español, während der Greyhound einen richtigen „Breitarsch“ hat (Galgo Español 19,5 kg / Greyhound 28 kg - gleich groß mit 67 cm Schulterhöhe)

b2ap3_thumbnail_hvergleich.jpg (c) M.Müller

 

Ein weiteres schönes Beispiel im Liegen! Wer ist Galgo, wer ist Grey?

b2ap3_thumbnail_hvergleich1.jpg

 (c) M.Schäfer/M.Fank

 

Diese Ausführungen sind natürlich nur sinnvoll für den Vergleich eines Greyhounds mit einem nach Standard gezüchteten Galgo Español.
Über den spanischen Tierschutz kommen sehr vielfältige Rassevertreter. Sie sind häufig schwer dem reinrassigen Galgo Español mit seinen rassebedingt typischen Merkmalen zuzuordnen. Sie haben daher unterschiedliche äußerliche Erscheinungsformen. So sind sie manchmal nicht direkt als Galgo Español zu erkennen, sondern sind eindeutig ein Mix aus beiden Rassen, Galgo Español und Greyhound. Zudem gibt es beim Galgo Español in Spanien je nach Region und Einsatzgebieten unterschiedliche Zuchtrichtungen, was zusätzlich zu einem uneinheitlichen Erscheinungsbild führt.

 

Bewegungsstudie

Während der Galgo Español leichtfüßig und fast schwebend über das Gelände fliegt, merkt man beim Greyhound die Masse und die Geschwindigkeit. Der Galgo Español ist filigran und elegant in seiner Bewegung und der Greyhound besticht durch seine Masse und Kraft, eben wie ein Arbeitstier.

Galgo Español 

 b2ap3_thumbnail_ibewegunggalgovergleich.jpg (c) M.Müller

Greyhound

b2ap3_thumbnail_ibewegunggreyvergleich.jpg(c) M.Müller

b2ap3_thumbnail_ibewegunggreyrennen.jpg (c) C.Hoppe

 

 Exkurs Muskulatur

b2ap3_thumbnail_jmuskulatur1.jpg (c) A.Hauke

Muskulatur:

Quelle: https://www.marathonfitness.de/muskelfasertypen-tabelle-bestimmen/

Wie oben erwähnt ist die Muskulatur, durch die Herkunft und Verwendung der Rassen, ein gutes Unterscheidungsmerkmal. Daher möchte ich etwas ausführlicher auf die Muskulatur eingehen.

Die Muskelfasern können sich in ihren Eigenschaften erheblich voneinander unterscheiden: Es gibt verschiedenen Muskelfasertypen.

  1. Farbe

  2. Anzahl Mitochondrien (Mitochondrien sind die Kraftwerke der Muskelzelle – hier wird Fett und Zucker in die einzige Energieform umgewandelt, die unser Muskel nutzen kann – ATP)

  3. Geschwindigkeit, mit der die Muskelfaser kontrahieren kann

  4. Volumen (wie “dick” wird die Muskelfaser, wenn sie stärker wird?)

 

Es gibt drei Muskelfasertypen:

Muskelfasertyp 1 – Der Marathon Läufer

Farbe: rot

Ermüdung: sehr langsam

Mitochondrien: sehr viele

Kontraktion: langsam

Kraft: gering

Volumen: dünner

Sportart: Langstreckenlauf

Muskelfasertyp 2a – Der Mittelstrecken-Läufer

Farbe: rot

Ermüdung: langsam

Mitochondrien: viele

Kontraktion: relativ schnell

Kraft: mittel

Volumen: dicker

Sportart: Mittelstreckenlauf

Muskelfasertyp 2b – Der Gewichtheber

Farbe: weiß

Ermüdung: schnell

Mitochondrien: wenige

Kontraktion: sehr schnell

Kraft: hoch

Volumen: dicker

Sportart: Sprinten

Durch die Zugehörigkeit zur Rasse ist es dem Hund vorgegeben, welchen Muskelfasertyp er hat. Diese sind auch nicht durch Training elementar veränderbar. Ein Greyhound wird nie eine langfaserige Muskulatur entwickeln die ihn zum absoluten Langstreckenläufer machen würde, ebenso wenig wird ein Galgo Español durch Training eine kontraktionsschnellere Muskulatur entwickeln, um mit der Geschwindigkeit eines Kurzstreckensprinters mithalten zu können.

Natürlich muss man auch bei den Greyhounds berücksichtigen, dass es den klassischen Coursing-Greyhound gibt, der weit längere Strecken als der Renn-Greyhound bewältigen kann, dafür jedoch nicht die explosionsartige Geschwindigkeit eines Renn-Greyhounds entwickeln wird


Haarkleid

Galgo Español  

Das Haarkleid des Galgo Español ist fein, dicht anliegend und hat in der Regel keine Unterwolle. Es fühlt sich jedoch beim Drüberstreichen ein wenig harsch/rauh an. Es gibt den Galgo Español in Glatthaar und Rauhaar.

Greyhound

Der Greyhound ist, sofern er im Herkunftsland in Kennels gehalten wird, mit einer starken Unterwolle versehen. Sein Haarkleid ist in der Regel dicht und weich bis flauschig. Allerdings habe ich auch schon Greyhounds mit einem sehr feinen Haarkleid gesehen.

Besonders gut sieht man den Unterschied oft am nassen Hund. Während das Fell des Galgo Español ganz dicht anliegt beim Trocknen, kann es sich beim Greyhound richtigen kräuseln.

 

Galgo Español

b2ap3_thumbnail_knassgalgovergleich.jpg 

(c) M.Gemke                                            (c) J.Eschweiler

 

Greyhound

b2ap3_thumbnail_knassgreyvergleich.jpg

(c) M.Müller

 

Wesen

Generelle Beschreibung. Verhalten und Wesen können je nach individuellem Charakter natürlich abweichend sein.

Im Haus

Galgo Español und Greyhound unterscheiden sich in ihrem Wesen im Haus nicht besonders. Beide zeichnet ein ruhiges, ausgeglichenes Wesen aus, sofern sie rassegerecht ausgelastet werden.

Sie sind beide sehr verschmust, anhänglich, leise, jedoch sofort interessiert, wenn etwas ihre Aufmerksamkeit erregt (z.B. Kühlschranktür, das Rascheln einer Tüte usw.). Beide lieben es, erhöht zu liegen, alles im Blick zu haben. Galgos lieben jedoch auch das Feuer des Kamins im Winter, den warmen Heizkörper, die warme Kuscheldecke, während Greyhounds oft durch ihr anderes Haarkleid sehr viel kälteunempfindlicher sind als Galgos. Beide können jedoch auch Wachhundambitionen entwickeln und ankommende Besucher mit Bellen ankündigen. Wobei dies nicht die Regel ist. Sie sind gerne in Gesellschaft und können oft problemlos zu mehreren gehalten werden. Einzelgänger kommen natürlich vor, aber die Mehrzahl hat gern rasseähnliche Gesellschaft.

 

Unterwegs

Der Galgo Español ist vom Greyhound oft durch seine Eigenständigkeit, seine Unabhängigkeit, seine weiten Radien beim Freilauf zu unterscheiden. Er schaut gern mal was sich hinter der nächsten Ecke verbirgt, sucht auch gern mal aktiv nach Abenteuern. Der Greyhound ist ohne Ablenkung oft deutlich näher an seinem Menschen und an seiner direkten Umgebung orientiert. Er liebt es zu schnuppern, zu markieren oder einfach dahin zu schlendern oder für wenige Minuten seine Bahnen zu ziehen um glücklich zurück zu kommen. Jedoch darf man bei beiden Rassen niemals vergessen, zu was sich gezüchtet wurden: zur Hetzjagd!

Sobald etwas ihre Aufmerksamkeit erregt, kann dies der Auslöser zur Hatz sein und zwar in einem Wimpernschlag. Aufgrund ihrer hohen Aufmerksamkeit und ihres guten Auges (Sichtjäger) sehen sie oft sehr viel früher ein mögliches Jagdobjekt als ein ungeübter (und manchmal auch ein geübter) Windhundbesitzer.

 Einmal gescannt und gestartet gibt es kein Halten mehr. Da hilft kein Rufen, Pfeifen, Schreien. Da gehen beide Rassen über ihre Grenzen, um möglichst erfolgreich ihre Arbeit zu verrichten. Solche Eskapaden können - vor allem für untrainierte Hunde - schnell beim Tierarzt enden. Muskelrisse, Beinbrüche, Hautverletzungen bis hin zu sehr tiefen Wunden und die Greyhoundsperre sind mögliche Folgen, wenn sie Glück haben und nicht vor einem Auto landen, vom Zug erwischt werden, in einen Graben stürzen und sich das Genick brechen oder in einem Zaun landen. Bei der Jagd kennen sie kein Halten und übersehen Hindernisse schnell, die ihnen zum tödlichen Verhängnis werden können. Sie sind in einem Tunnel, dem Tunnel der Jagd. Die vermeintlich große Wiese für den sicheren Freilauf wird in ihrer Geschwindigkeit schnell zu klein.

 Interessant hierzu:Der Rausch im Hundekopf – das Jagd-Fieber“

https://www.info-hz.de/greyhound/viewtopic.php?f=30&t=10077

Greyhounds erreichen im Schnitt eine Geschwindigkeit von 70/75 km/h und mehr und der Galgo Español um die 60-65 km/h. Sie sehen, wie schnell hier gefährliche Stellen (Straßen, Zäune, Bahnschienen) erreicht werden können. So muss der Freilauf mit Bedacht und Vorsicht gewählt werden.

 

Jagdeigenschaften

Galgo Español

Der Galgo Español ist für die Niederwildjagd auf dem spanischen Festland gezüchtet. Die Landschaft ist, je nach Region, sehr unterschiedlich. Auf YouTube findet man viele Videos von Galgos Españoles, die zur Jagd geführt werden, und man kann sich sehr schnell ein Bild von ihrer Leistungsfähigkeit machen. Beim Verfolgen ihres Ziels, den flüchtenden Hasen zu erwischen, sieht man, wie leichtfüßig und elegant sie über das teils unwegsame Terrain fliegen. Nahezu unbekümmert und ungebremst geht es über Stock und Stein, durch Büsche, über Gräben oder Wege. Sie fliegen, schweben fast und exakt dafür ist dieser zähe, robuste, jedoch feingliedrige Windhund gemacht!

Greyhound

Die drei Linien des Greyhounds bei der Jagd zu beschreiben, würde den Rahmen sprengen. Trotzdem möchte ich noch vermerken, wie sich die Linien entwickelt haben. Der irische Coursing-Greyhound geht in den „Fields“ in Irland dem echten Hasen nach, was Robustheit und auch Geschwindigkeit verlangt. In vielen Ländern werden Show-Greyhounds erfolgreich beim Coursing gezeigt, was Jagdtrieb und Hasenschärfe voraussetzt. Der Renn-Greyhound wird auf dem Oval (der Rennbahn) eingesetzt. Meist auf Sand, in manchen Ländern teilweise noch auf Gras.

Alle drei Linien zeichnet jedoch aus, dass sie ohne Rücksicht auf Verluste jagen! Sie setzen ihre Urgewalt an Geschwindigkeit und Masse ein, dem Objekt zu folgen, dem Ziel ihrer Begierde. Und Achtung: Nur weil man sie „Show-Greyhounds“ nennt, heißt das nicht, dass sie keinen Jagdtrieb haben. Diesem Irrglauben darf man nicht unterliegen.

 

Verletzungen

Galgo Español 

Der Galgo Español gilt als weitaus robuster als der Greyhound. Er ist leicht/leichtfüßig, wendig, grazil und sehr trittsicher. Die Jagd auf unebenem Terrain hat seinen Körperbau geprägt. Durch den Aufbau der Pfoten (siehe Anatomie weiter oben) und den leichteren Körperbau kommt er mit steinigem, unebenem, unwegsamem Gelände sehr gut klar. Trotzdem kann sich auch der Galgo Español verletzen. Zehenbrüche, Beinbrüche, Kapselverletzungen an Zehengelenken/Gelenken und Muskelverletzungen sind möglich. Der Galgo Español kann ebenso eine Greyhoundsperre bekommen. Diese kommt nicht nur beim Greyhound vor, sondern bei allen sportlich geführten Hunden mit erhöhter Muskelmasse.

  

Greyhound

Der Renn-Greyhound wird als sehr verletzungsanfällig definiert. Die Zucht auf Schnelligkeit hatte zur Folge, dass die Knochendichte immer weiter reduziert wurde, wodurch sich logischerweise das Körpergewicht verringerte, Beine und Zehen immer dünner wurden, was zu weniger Gewicht und zu höheren Geschwindigkeiten führte. Eine geringere Knochendichte bedeutet aber erhöhte Verletzungsmöglichkeiten. Nicht nur Knochenbrüche resultieren daraus, sondern vor allem die Tendenz zu einem erhöhten Risiko, an Knochenkrebs zu erkranken. Dies wird möglicherweise durch feine Mikroverletzungen, bedingt durch die Belastung der Knochen, begünstigt. Da der Greyhound mit einer enormen Muskelmasse ausgestattet ist, sind, neben Knochenverletzungen, auch Muskelverletzungen sehr häufig anzutreffen. Hier sind meist die Muskeln an Hinterhand (Innenseite), Schulter, Hals, Oberarm sowie die große Rumpfmuskulatur betroffen.

 http://happy-sighthound.de/index.php/entry/muskelfaserriss-gracilies

Der Show- bzw. Coursing-Greyhound ist vom Körperbau her deutlich schwerer und da er nicht auf Höchstgeschwindigkeit gezüchtet wird, ist er auch weitaus geländegängiger und trittsicherer. Die beim Renn-Greyhound häufig auftretenden Muskel- bzw. Knochenverletzungen sind hier nicht so häufig anzutreffen. Trotzdem können auch hier die gleichen Verletzungen auftreten wie beim Galgo Español oder beim Renn-Greyhound.

 

Wichtige Links:

Myoglobinurie (Greyhoundsperre): https://www.info-hz.de/greyhound/viewforum.php?f=33

Muskeln und Verletzungen: https://www.info-hz.de/greyhound/viewforum.php?f=39

Blutbild: https://www.info-hz.de/greyhound/viewforum.php?f=141

Viele Übersetzungen aus den USA/IE/GB über Gesundheit sind unter folgendem Link zu finden:

https://www.info-hz.de/greyhound/viewforum.php?f=133

 

Ausmusterungsgründe

 
Galgo Español 

Häufig hört man, dass der Galgo Español ausgemustert wurde weil er verletzt ist oder weil es ihm an Jagdtrieb mangelt.

Die Aussage „mangels Jagdtrieb“ ist jedoch mit Vorsicht zu genießen. In vielen Wettbewerben wird der Ablauf der Jagd bewertet. Ein Galgo Español, der intelligent jagt und den Hasen zu schnell bekommt bzw. immer die Haken des Hasen kürzt (er ist dann ein sogenannter „schmutziger Galgo“, weil zu intelligent) ist ebenso wenig geeignet für den Wettbewerb wie ein Galgo Español der mangels Jagdtrieb dem Hasen nicht instinktsicher folgt. Beides gibt Punktabzug. Daher kann ein ausgemusterter Galgo durchaus auch ein zu GUTER Jäger sein! So einen Hund im Tierschutz zu vermitteln mit der Aussage „mangels Jagdtrieb“ kann böse enden – und zwar für den Hund. Ob ein Galgo Español aufgrund einer Verletzung ausgemustert wurde, kann Ihnen ein guter, windhunderfahrener Tierarzt sagen, dem Sie Ihren Hund vorstellen. Knochenfrakturen, Sehnen- oder Bänderverletzungen können durchaus auch nach Jahren noch festgestellt werden, da diese oft unzureichend versorgt werden und so oft eine Schiefstellung des Knochens oder Verknöcherungen zu finden sind sowie Verhärtungen bei Sehnen-/Bändergeschichten. So sieht man eher Galgos aus dem TS, die noch an sportlichen Aktivitäten wie Coursingtraining oder Bahntraining teilnehmen, als ausgemusterte Greyhounds.

  

Greyhound

Die Hauptursache zum Ausmustern wird hier eine Verletzung oder die Untauglichkeit für die Bahn sein, wobei ich der Verletzung den höheren Anteil beimesse. Daher halte ich es auch für sinnvoll, einen Greyhound aus dem TS, dessen Vergangenheit und Ausscheidungsgrund man nicht kennt, nicht mehr am Rennbahntraining/Coursing teilnehmen zu lassen. Eine Verletzung, die zum Ausscheiden führte, kann im Alltagsgebrauch völlig unbemerkt bleiben. Bei einer Belastung unter Höchstleistung (wie im Coursing oder auf der Bahn) kann es jedoch zu gravierenden Folgeverletzungen kommen.

Die Untauglichkeit für den Profibetrieb kann mangelndes Interesse sein oder auch eine mangelnde mentale Stärke, sich dem Kampf auf der Bahn zu stellen. Ein guter Grey ist dem Konkurrenzdruck auf der Bahn mental und körperlich gewachsen, doch nicht jeder Greyhound ist dafür geeignet.

So einen Greyhound kann man in Deutschland nach der Vermittlung durchaus in kleineren Feldern oder Sololäufen trainieren und ihm das Ausleben seines angeborenen Hetztriebes gönnen. Dennoch weiß man oft nicht den genauen Ausscheidungsgrund. Eine vorherige intensive Untersuchung durch einen greyhoundversierten Tierarzt, ggf. mittels Herzultraschall und eines Blutbildes, sowie einer guten Physiotherapie, bei der evtl. Knochen- oder Muskelprobleme erkannt werden können, halte ich vor einem Einsatz auf der Bahn für unabdinglich. Selbst dann bleibt ein Restrisiko, dessen man sich bewusst sein muss. Es ist ein Hochleistungssport und ein Greyhound geht nicht „zum Spaß“ auf die Bahn und macht seine Runde so wie er es kann, sondern wird immer versuchen 100 % zu geben, ob der Körper dazu in der Lage ist oder nicht!


Tierschutz – Vermittlung

Galgo Español    Siehe im Internet unter Galgo Español & Tierschutz

Greyhound  Siehe im Internet unter Greyhound & Tierschutz

 

 

(Ex)Renngreyhounds und Coursing?

Ein Renngreyhound sollte besser nicht auf einem Coursingfeld eingesetzt werden. Es gibt natürlich auch hier die Ausnahmen, die das ohne Probleme können und sogar recht erfolgreich sind. Dennoch entspricht die Zuchtrichtung nicht diesem Einsatzgebiet (Lage der Schultern z.B.: Die steil angesetzten Schultern der Renn-Greyhounds haben nicht die Bewegungsfreiheit die ein Hund in einem Coursing für sichere, schnelle Wendungen benötigt). Die meisten Ex-Racer haben zudem nie gelernt, auf unebenem Boden ihre volle Geschwindigkeit zu kontrollieren. Trainieren kann man natürlich alles, die Frage ist nur, wie sinnvoll das ist.

 

Deutsche Einsatzgebiete

Rennbahn

Auf der Rennbahn sind beide Rassevertreter zu finden. Der Galgo Español kann durch das Oval auf der Bahn leicht gelangweilt sein oder es in Frage stellen und dadurch die Lust verlieren und so ein unsauberer Läufer werden (stehen bleiben oder den Nachbarn mal „unterhalten‟). Der Greyhound lässt sich selten durch etwas ablenken.

Der Laufstil des Galgo Español und des Greyhound sind sehr unterschiedlich. Der Galgo Español fliegt leichtfüßig und elegant über die Bahn, während beim Greyhound schon aufgrund der Masse und der Geschwindigkeit der Boden bebt. Ein Feld Galgos Españoles beeindruckt durch seine Leichtigkeit, aber ein Feld Greyhounds lässt den Magen schwingen.

Galgo Español

 b2ap3_thumbnail_krennbahngalgo1.jpg (c) A.Hauke

b2ap3_thumbnail_krennbahngalgo.jpg (c) M.Müller

 

Greyhound

b2ap3_thumbnail_krennbahngrey.jpg (c) A.Hauke

b2ap3_thumbnail_krennbahngrey1_20181105-111158_1.jpg (c) M.Müller

Showgreyhound

b2ap3_thumbnail_showgrey3.jpg (c) C.Böhmerb2ap3_thumbnail_showgrey2.jpg (c) A.Willers/M.Woltersdorf

 

Coursing

Auf dem Coursingfeld fühlt sich der Galgo Español, laut vieler Besitzeraussagen, wohler als auf der Rennbahn. Im Coursingfeld sind in der Regel in Deutschland nur Coursing-/Show-Greyhounds zu finden.

Galgo Español 

b2ap3_thumbnail_lcoursinggalgo.jpg (c) M.Müller

Greyhound

b2ap3_thumbnail_lcoursing.jpg (c) Greyhoundshow.de

 

Ausgemusterte Galgo Español  auf der Rennbahn/Coursing?

Da die Ausmusterung bzw. der Weg eines Galgo Español in den TS mehrere Gründe haben kann (abgehauen & aufgesammelt, ausgesetzt & aufgesammelt, jagduntauglich, Überproduktion) kann ein weitaus größerer Anteil gesunder Hunde in den TS kommen als beim Greyhound (Ursachen hierfür siehe weiter unten). Natürlich sind auch Galgos Españoles mit Verletzungen dabei. Daher sollten auf jeden Fall VOR einem Einsatz auf Rennbahn oder einem Coursing folgende Untersuchungen am Hund durchgeführt werden: Blutuntersuchung (inklusive Mittelmeertest), ausführliche Begutachtung des Bewegungsapparates durch einen versierten Tierarzt (windhund- und sporterfahren) sowie ein Herzultraschall. Sollten hier keine Gründe dagegen sprechen, kann man sich das durchaus überlegen. Wie man richtig antrainiert sollte man sich von einem erfahrenen Windhundmenschen auf einer Rennbahn zeigen lassen.

 

Ausgemusterte Renngreys auf der Rennbahn/Coursing?

Im Gegensatz zum Galgo Español kommt doch die Mehrzahl der Greyhounds verletzungsbedingt in den Tierschutz. Verletzt oder in einem Alter, in dem ein Einsatz auf der Bahn nicht mehr sinnvoll ist. Ein geringer Anteil der Hunde ist gesund und ohne Einschränkungen im Hochleistungssport. Daher würde ich einen ausgemusterten Ex-Racer nicht mehr in Deutschland auf die Bahn bringen. Junge Greyhounds, die kaum oder gar keine Rennen hatten, die gesundheitlich nicht eingeschränkt sind (bei Abgabe angegeben), können nach Untersuchungen wie oben beim Galgo Español (ohne Mittelmeertest) zum Training gebracht werden. Wie man richtig antrainiert sollte man sich von einem erfahrenen Windhundmenschen auf einer Rennbahn zeigen lassen.

 

Unterschiede der Galgo Español  aus Spanien im Tierschutz

DEN Galgo Español gibt es im Tierschutz nicht. Wenn man 10 Galgos aus dem TS nebeneinander stellt, so bekommt man mitunter gut 10 verschiedene Typen zu sehen. Das kommt daher, dass die Jäger (nicht Züchter!) ihre Hunde entsprechend deren Einsatzgebiet und Gebrauch züchten. Da kamen in der Vergangenheit auch immer mal andere Windhundrassen ins Spiel, wie der Greyhound (um sie im Feld schneller im Antritt zu machen, was zur Folge hatte, dass diese Galgos auch anfälliger für Verletzungen wurden) oder auch vom 8. bis zum 15./16. Jahrhundert während der Maurenherrschaft in Spanien vermutlich der Sloughi.

Anbei ein paar Typen als Beispiel. Hier gleicht kaum ein Hund dem anderen. b2ap3_thumbnail_TSgalgo1.jpg

b2ap3_thumbnail_ts11.jpg

b2ap3_thumbnail_ts10.jpg

b2ap3_thumbnail_ts9.jpg

b2ap3_thumbnail_ts7.jpg

b2ap3_thumbnail_ts8.jpg

b2ap3_thumbnail_ts5.jpg

b2ap3_thumbnail_ts6.jpg

b2ap3_thumbnail_ts2_20181105-112800_1.jpg

b2ap3_thumbnail_ts1.jpg

 

Fazit:

Nun bin ich am Ende meiner Schilderungen angelangt und hoffe, ich konnte in Ansätzen die Unterschiede dieser beider Rassen näher bringen.

Was mir jedoch besonders am Herzen liegt: Egal ob man sich nun für einen Greyhound oder einen Galgo entscheidet, man sollte nie aus den Augen verlieren, warum diese beiden Rassen so sind, wie sie sind!

Sie sehen nicht so aus, weil es schön ist, sie sehen so aus, wegen des Grundsatzes:

„form follows function“ - die Form entspringt der Funktion, der Funktion, für die sie gezüchtet wurden: nämlich der Jagd.

Sie zu „retten“ oder „gerettet“ zu haben bedeutet nicht, sie ihrer Herkunft und ihrer Leidenschaft berauben zu dürfen!

Es gibt genügend Rassebücher, Foren und FB-Gruppen, in denen man sich über ihre Herkunft, ihre Geschichte und ihre Entstehung sowie ihre Passion informieren kann. Und genau das möchte ich jedem Anfänger/Neuling sehr ans Herz legen!

FB: 

Galgo: https://www.facebook.com/groups/331216800416578/

Greyhound: https://www.facebook.com/groups/189583338061300/

Foren: 

Galgo: https://www.info-hz.de/forum

Greyhound: https://www.info-hz.de/greyhound

Akzeptiert sie wie sie sind und warum sie so sind.

 

Michaela Müller, im November 2018

 

Bewerte diesen Beitrag:

Kommentare



  • Derzeit gibt es keine Kommentare. Schreibe den ersten Kommentar!